In der zweiten Aprilhälfte wird der Reutlinger Stadtteil Gönningen wieder zum Blumenparadies. Mitten im Biosphärengebiet Schwäbische Alb gelegen, ist Gönningen als Samenhandelsstadt jahrhundertelang bekannt. Am 1. Tulpensonntag, dem 19. April 2015, wird die Gönninger Tulpenblüte zur lebendigen Tradition und erfreut Pflanzenfreunde von nah und fern.

Die Saison beginnt mit einem Tulpengottesdienst um 10 Uhr in der evangelischen Kirche. Mit der Eröffnung am Tulpenbrunnen startet auch der ganztägige Frühlings- und Künstlermarkt, der sich rund um die Kirche im alten Ortskern befindet. Dort werden Gemälde, Keramiken, Skulpturen und natürlich florale Kunstwerke geboten. Hauptakteure sind zehntausende Frühblüher in den unterschiedlichsten Farben und Formen. Narzissen, Krokusse, Hyazinthen, Allium und Scilla flankieren die Stadt und tauchen sie in strahlende Farben wie Gelb, Orange und Rot sowie kraftvolles Blau bis Violett. Mit ihren betörenden Duftnoten sorgen sie für ein unvergessliches Erlebnis der Sinne.

Viel Vorarbeit ist notwendig, damit die berühmte „Tulpenblüte“ als prachtvolles Farbenmeer erstrahlen kann. Deshalb wurden bereits im vergangenen Herbst viele Engagierte, darunter Helfer aus Vereinen, Kirchengemeinden, Kindergärten und Schulen, tätig und setzten zirka 50.000 Blumenzwiebeln in die Erde. Für die Gönninger ist es eine Herzensangelegenheit einen persönlichen Beitrag zum Gelingen der „Tulpenblüte“ zu leisten. Das Ergebnis ist ein einzigartiges Farbspektakel im ganzen Ort, vor allem auf dem Gönninger Friedhof.

Dies liegt begründet in der Historie: Mitte des 19. Jahrhunderts war Gönningen ein Zentrum für den Samenhandel unter anderem mit Tulpen. Das Handelsgut brachte Wohlstand und Weltoffenheit in das ländliche Gönningen. Die Tulpe galt zu jener Zeit als besonders wertvoll, weshalb es Ehrensache war, die Gräber der Angehörigen mit Tulpen zu bepflanzen. Auf diese Weise wurde der Gönninger Friedhof zu einer touristischen Attraktion. Selbst die württembergische Königin Charlotte kam 1912 mit dem wenige Jahre zuvor eingeweihten „Gönninger Bähnle“ angereist, um die einmalige Blütenpracht zu bewundern. Auch nach dem zweiten Weltkrieg war der „Tulpenfriedhof“ bis in die 50er Jahre über die Region hinaus als beliebtes Ausflugsziel bekannt.

Seit 2004 greifen die traditionsbewussten Gönninger die „Tulpenblüte“ wieder auf. Als treibende Kraft agiert der damals gegründete Verein Gönninger Tulpenblüte e.V. Jedes Jahr wieder organisiert die Gemeinschaft die „Tulpenblüte“, angefangen bei den Vorbereitungen im Herbst mit Pflanzaktionen bis hin zur Planung und Durchführung der Veranstaltungen im Frühjahr. Im letzten Jahr wurde das Spektakel um den eigens angelegten Blumenzwiebel-Lehrgarten neben dem Friedhofsgelände erweitert. Im Lehrgarten sind außergewöhnliche Tulpensorten und andere Blumenarten zu bewundern und sorgfältig beschrieben.

Auf dem Tulpenfeld der Firma Samen-Fetzer, dem letzten aktiven Samenhändler in Gönningen, wird die Tulpenschau auch am 2. Tulpensonntag fortgesetzt. Hier wird mit einem kleinen Fest bei Musik und Bewirtung die Tulpe gefeiert.

Wer mehr über die Geschichte des Samenhandels erfahren möchte, kann an beiden Tulpensonntagen das Samenhandelsmuseum im Rathaus besuchen. Weitere Informationen zur Gönninger Tulpenblüte können unter www.goenninger-tulpenbluete.de nachgelesen werden.

Termine Tulpensonntage:

19. April 2015 (10:00 bis 18:00 Uhr)

1. Tulpensonntag mit Frühlings- und Künstlermarkt rund um die evangelische Kirche

26. April 2015

2. Tulpensonntag bei Fetzer´s Probefeld

Info und Kontakt:

www.goenninger-tulpenbluete.de

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